{"id":1697,"date":"2020-04-22T13:40:00","date_gmt":"2020-04-22T11:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kampagnenforum.ch\/blog\/2021-12-13\/faire-campagne-apres-le-coronavirus"},"modified":"2026-11-05T17:28:14","modified_gmt":"2026-11-05T16:28:14","slug":"faire-campagne-apres-le-coronavirus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kampagnenforum.ch\/fr\/blog\/2020-04-22\/faire-campagne-apres-le-coronavirus","title":{"rendered":"Campaigning nach Corona"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Welt ist von einem Virus in Beschlag genommen. Covid-19. Wie Science Fiction. Surreal. Und doch real. Real vor allem auch als hohe Belastung f\u00fcr Menschen in der Grundversorgung, aus Risikogruppen und insbesondere in den armen L\u00e4ndern. Der ausf\u00fchrlichen Berichterstattung dar\u00fcber kann ich nichts hinzuf\u00fcgen. Ausser vielleicht die Frage, warum die Gesundheitsbeh\u00f6rden nicht st\u00e4rker kommunizieren, was getan werden kann, um das eigene Immunsystem zu st\u00e4rken und die Symptome zu mindern. Mit einfachen Massnahmen, wie f\u00fcr <a href=\"https:\/\/docs.google.com\/document\/d\/1AEqCd4pIhh4vLJ33KkXLR2wshQNsZWuH-QsD_IF25Us\/edit\" rel=\"noopener\">gen\u00fcgend Vitamin C und D<\/a> zu sorgen oder die <a href=\"https:\/\/ethz.ch\/de\/news-und-veranstaltungen\/eth-news\/news\/2020\/03\/zukunftsblog-viola-vogel-mit-atemwegspflege-das-infektionsrisiko-senken.html\" rel=\"noopener\">Atemwege zu pflegen<\/a>, die dazu beitr\u00fcgen, das Gesundheitssystem zu entlasten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier folgen Gedanken dar\u00fcber, ob in dieser schweren Krise nicht auch die Aufforderung zum Einhalt und die Chance f\u00fcr eine nachhaltige, gesunde Transformation stecken. Thema dieser Kolumne ist dabei nicht prim\u00e4r die Forderung, dass die staatlichen Hilfsprogramme gr\u00fcn und gerecht sein sollen, was wichtig und richtig ist (und wozu es viel Material gibt, z.B.<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/sites\/www.greenpeace.de\/files\/publications\/2020-03-foes-wirtschaftshilfen-corona-krise.pdf\" rel=\"noopener\"> diese Studie<\/a>). Sondern vielmehr das Zwischenmenschliche, das Ans\u00e4tze zu einer Transition aufschimmern l\u00e4sst. Corona zeigt unsere Verletzlichkeit, die Fragilit\u00e4t der Erde, die gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit, positiv wie negativ.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich nehme an, der \u00abmedizinische Teil\u00bb der Krise wird in absehbarer Zeit dank Impfstoff, Medikamenten und Vernunft \u00fcberwunden sein. Doch was kommt dann? Tritt ein, was viele bef\u00fcrchten, dass das Ganze nur ein Spuk gewesen ist und man zur vorherigen Normalit\u00e4t der \u00dcbernutzung unter Verst\u00e4rkung von Nationalismus und Ausgrenzung zur\u00fcckkehrt? Oder kommt die Hoffnung zum Tragen, dass \u00aberlebte Einsicht\u00bb zu einer gesellschaftlichen Transformation f\u00fchren wird? Denn es scheint, dass das Virus vielen auch Entschleunigung bringt und zwischenmenschliche Werte* aus dem Keller hervorholt: Dachterassenkonzerte, Applaus von den Balkonen, Kunstschaffende lesen online und musizieren vor Altersheimen, gr\u00fcssende Menschen im Wald, alte UND junge Menschen am Spazieren. Keine Frage, medizinischer Fortschritt hilft, mit der Krise fertig zu werden, aber mindestens ebenso sehr helfen solche Ver\u00e4nderungen sozialer Normen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Atempause<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wegen dem Sandkorn im Getriebe macht die Wirtschaft Atempause; der Atem wird zum Gl\u00fcck wieder kommen. Doch vielleicht wird sie fortan etwas anders atmen, ihr Puls nicht mehr so rasen: Der globale Finanzkapitalismus und alte Abh\u00e4ngigkeiten werden hinterfragt, die interkontinentale Mobilit\u00e4t b\u00fcsst an Reiz ein &#8211; aus verminderter Quantit\u00e4t w\u00e4chst Qualit\u00e4t. Zwang l\u00e4sst paradoxerweise auch Lust wachsen. Das, was zuvor mit Verzicht verbunden schien, stellt sich als \u00abja gar nicht so schlimm\u00bb heraus, wird zu einem Teil als wohltuend erlebt. Plakativ gesagt: Aus der Not, nicht mehr fliegen zu k\u00f6nnen, wird die Tugend geboren, das nahe Umfeld spazierend, joggend und radelnd zu erleben. Das macht resilienter**: Natur tut gut; die Resilienz zwitschert einem gewissermassen aus dem nahen Wald entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Prinzip Hoffnung k\u00f6nnte man aus zivilgesellschaftlicher Sicht fragen: Sehen wir da den \u00abVerzicht-nimmt-nicht-Verzicht-gibt\u00bb-Effekt? Kommt Menschlichkeit doch vor dem Markt? Merken tats\u00e4chlich viele Menschen, dass es neben Rennen, Arbeiten, Multitasking, Weiter-H\u00f6her-Mehr auch noch Leben gibt? Und wenn ja, wird das nachhaltig sein?<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Hoher Preis f\u00fcr gute \u00d6ko-Bilanz<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig l\u00e4sst sich die \u00ab\u00d6ko-Bilanz\u00bb der Krise sehen. Was Umweltorganisationen seit Jahrzehnten versuchen, schafft das Virus in Wochen: Eine gewaltige CO2-Reduktion, \u00fcber 30% weniger Verkehr, Megacities ohne Smog, blauer Himmel \u00fcber Peking \u2013 \u00abCampaignerin Corona\u00bb macht es m\u00f6glich. Freilich eine etwas unheimliche Campaignerin, erbarmungslos und opferbereit: Hunderttausende von Toten. Setzt man die Zahl in Relation mit menschgemachten Risiken, die wir als Kollateralsch\u00e4den hinnehmen, relativiert sie sich allerdings: J\u00e4hrlich sterben \u00fcber zehn Millionen Menschen an Kreislauf-Krankheiten, drei Millionen an Lungeninsuffizienz (z.B. Grippe), 1,6 Millionen an AIDS, 1,3 Millionen im Verkehr. Ganz zu schweigen von den Millionen Toten, die Hunger, Dengue, schlechte Luft und Malaria fordern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kraft der \u00ab\u00d6ko-Bilanz\u00bb machen nicht nur die Zahlen (z.B. Tonnen CO2), sondern vor allem das Erlebnis aus: keine Kondensstreifen am Himmel zu sehen, kein L\u00e4rm am Abend zu h\u00f6ren, wohl aber die Ruhe des Waldes und das Zwitschern der V\u00f6gel.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Angst sch\u00fcren w\u00e4re Kurzschluss<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was jetzt f\u00fcr die Kampagnenarbeit naheliegend scheint, aber bedenklich w\u00e4re zu tun, ist Klimaangst zu sch\u00fcren. N\u00e4mlich also aus der Tatsache, dass mit permanenter Medienpr\u00e4senz, Fallzahlen und \u00abBody Counting\u00bb den Menschen Angst gemacht wurde und sie so zu Verhaltens\u00e4nderungen gebracht worden sind, zu schliessen, man m\u00fcsse, um klimasch\u00e4dliches Verhalten zu bremsen, den Leuten halt auch etwas Furcht einfl\u00f6ssen. Das w\u00e4re ein Trugschluss. Weil Angst nur dann ein guter Ratgeber ist, wenn durch die Verhaltens\u00e4nderung die Risiken unmittelbar abgewehrt werden k\u00f6nnen. Bei Covid-19 funktionierte das ja recht gut: Isolation und H\u00e4nde waschen n\u00fctzte ziemlich schnell; die Zahl der Neuinfizierungen sank schon bald.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Klimagerechtes Verhalten dagegen bringt leider keine unmittelbare Verbesserung. G\u00e4be es einen Klima-Lockdown, w\u00fcrde der CO2-Ausstoss zwar dramatisch gesenkt, doch die Klimaver\u00e4nderung ginge genau gleich weiter, weil die Atmosph\u00e4re ein sehr tr\u00e4ges System ist: Was wir heute tun, merken wir erst in zehn bis zwanzig Jahren. Ein solcher Lockdown w\u00fcrde im Gegensatz zu den Covid-Massnahmen nicht getragen, weil keine unmittelbaren Wirkungen festzustellen w\u00e4ren (weniger Smog ist keine Klimawirkung). Wie gesagt: Nur wenn der Verzicht nicht als Verlust sondern als Gewinn erlebt wird, wird Ver\u00e4nderung dauerhaft. Mit einigen harten Massnahmen etwas nachzuhelfen, w\u00e4re selbstverst\u00e4ndlich n\u00fctzlich.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Soziale Innovationen &#8211; das Zauberwort<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch weil Konsum &#8211; Opium f\u00fcrs Volk \u2013 wie eine Droge wirkt, ist die Gefahr eines R\u00fcckfalls nach einem (Teil-)Entzug gross. In Analogie zur Drogentherapie, in der st\u00fctzende Massnahmen eingesetzt werden, um S\u00fcchtigen zu helfen, nach dem Entzug &#8211; eine Art \u00abLockdown\u00bb &#8211; clean zu bleiben, k\u00f6nnten Organisationen der Zivilgesellschaft hier ansetzen: N\u00e4mlich in einer breiten Zusammenarbeit die Transition unterst\u00fctzende Massnahmen, wie sie jetzt aufschimmern, weiter entwickeln, ausprobieren und verbreiten &#8211; das heisst, diese grassierende Zwischenmenschlichkeit weiter grassieren und zu einer Transition anwachsen zu lassen, in der sich Menschen lebensfreudig dem \u00abWeniger-ist-mehr\u00bb widmen. Dem \u00abBuen Vivir\u00bb: Das \u00abgute Leben\u00bb mit Generationen-Solidarit\u00e4t, Nachbarschaftsst\u00e4rkung, \u00f6kosozialen Siedlungen,<a href=\"https:\/\/www.kampagnenforum.ch\/de\/blog\/2019-06-06\/nudging\"> Nudging-Kampagnen<\/a>, sozialkontaktf\u00f6rdernder Kunst***, Naturerlebnissen, Achtsamkeit und nachhaltigem Wirtschaften f\u00f6rdern. Uns mit sozialen, statt mit technischen Innovationen f\u00fcr die andere Zukunft r\u00fcsten &#8211; so wie es ein Forschungsprogramm des Nationalfonds fordert (<a href=\"https:\/\/www.derbund.ch\/wir-brauchen-mehr-soziale-statt-technische-innovationen-787687408661\" rel=\"noopener\">siehe \u201cBund\u201d, 15.4.20<\/a>). Es geht um eine Kultur\u00e4nderung, eine im Sinne des \u00ab<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Small_Is_Beautiful\" rel=\"noopener\">Small is beautiful<\/a>\u00bb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Freilich, der R\u00fcckbau wird kosten: Umschulungen von Flugpersonal und \u00d6lraffinerie-Angestellten, Relokalisierung von Produktion, Transformationskrediten f\u00fcr Firmen und so weiter. Finanziert werden k\u00f6nnte er mit einer Reichtumssteuer, so w\u00fcrden Gewinne aus \u00dcbernutzung r\u00fcckgef\u00fchrt (siehe dazu<a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/2014\/krisenverluste\/die-profiteure-muessen-zahlen\" rel=\"noopener\"> WOZ, 1.4.20<\/a>). Ohne dass jemand leiden m\u00fcsste: Wer zwanzig Milliarden hat und 16 abgeben muss, hat immer noch vier und muss nicht wirklich bedauert werden. Man fragt sich sowieso, nota bene, warum beim Brand der \u201cNotre Dame\u201d Milliard\u00e4re sofort bereit waren, hunderte von Millionen zu spenden, aber offenbar nicht beim Corona Fl\u00e4chenbrand.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Welt wird anders sein<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich glaube nicht, dass die Welt bald wieder so sein wird, wie sie war. Sie wird anders sein. Wir werden anders leben. Vielleicht finden wir den Dreh, die Richtung zu wechseln. In jener, in der wir bis vor Corona rasten, gibt es keine Zukunft, nur Abgrund. Die Selbstregulierung des Marktes, die viel beschworene unsichtbare Hand, die alles richten sollte, darf uns nicht mehr so fest im Griff haben.  Die Zivilgesellschaft ist gefragt und gefordert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">PS: Und Klima ist ja nicht das einzige, was uns k\u00fcmmern sollte. Genauso die Biodiversit\u00e4t, gerade in Zeiten von Covid-19, ist doch davon auszugehen, dass die Lebensraumeinschr\u00e4nkung von Wildtieren es wahrscheinlicher macht, dass Viren von Wildtieren auf Menschen \u00fcbertragen werden. Pandemien seien das Resultat der Dinge, die der Mensch der Natur antun &#8211; wie ein lesenswerter Artikel in der New York Times vom Juli 2012 darlegt: <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2012\/07\/15\/sunday-review\/the-ecology-of-disease.html\" rel=\"noopener\">The Ecology of Disease<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">* Das Ph\u00e4nomen der Entschleunigung beschr\u00e4nkt sich prim\u00e4r auf den privilegierten globalen Norden. F\u00fcr den S\u00fcden wird die Corona-Krise die bestehenden Krisen und Schwierigkeiten (z.B. Armut) leider verst\u00e4rken. Nicht nur im globalen S\u00fcden, auch in der westlichen Welt, allen voran in den USA, sind Millionen von Menschen in ihrer Existenz bedroht. Dennoch: Entschleunigt sich der Norden, h\u00e4lfe das den Menschen generell. Zudem: Der zwischenmenschliche Wert \u00abSolidarit\u00e4t\u00bb hat eine tr\u00fcgerische Seite, n\u00e4mlich die Ausgrenzung, z.B. wenn die Solidarit\u00e4t an der Landesgrenze Halt macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">** Resilienz bedeutet, Stressoren des Berufs- und Privatlebens mit inneren und \u00e4usseren Ressourcen zu mildern. Z.B. die F\u00e4higkeit Emotionen zu regulieren, w\u00e4re eine innere, Sozialkontakte eine \u00e4ussere Ressource (die ausserdem das Immunsystem st\u00e4rkt).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*** Kunst hat vielfach st\u00e4rkende Wirkung, sie erh\u00f6ht die Lebensqualit\u00e4t, beruhigt und f\u00f6rdert Resilienz (psychologie heute, 05\/2020)<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile kf-author-box\" style=\"grid-template-columns:25% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"804\" height=\"528\" src=\"https:\/\/kampagnenforum.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/kuno_portraitbild.jpg\" alt=\"Kuno Roth\" class=\"wp-image-441 size-full\" srcset=\"https:\/\/kampagnenforum.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/kuno_portraitbild.jpg 804w, https:\/\/kampagnenforum.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/kuno_portraitbild-800x525.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 804px) 100vw, 804px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Unser Autor<\/h3>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arbeitet seit drei Jahren als Leiter des globalen Mentoring-Programms bei Greenpeace International. Zuvor war er 25 Jahre lang Bildungsverantwortlicher von Greenpeace Schweiz.<\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jahrgang 57, Dr. rer. nat., ehemaliger Chemiker, arbeitet nun als Human\u00f6kologe, Lernspezialist sowie auch Schriftsteller. Neben Kolumnen schreibt er vor allem Gedichte und Aphorismen. Seine letzten Ver\u00f6ffentlichungen sind \u201cIm Rosten viel Neues\u201d (Gedichte, 2016) sowie \u201cAussicht von der Einsicht\u201d (Aphorismen, 2018). Mehr unter <a href=\"https:\/\/prolyrica.ch\/b-b\/kuno-roth\" rel=\"noopener\">https:\/\/prolyrica.ch\/b-b\/kuno-roth<\/a>.<\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pens\u00e9es sur une \u00e9pid\u00e9mie : Corona montre notre vuln\u00e9rabilit\u00e9, la fragilit\u00e9 de la Terre, l&rsquo;interd\u00e9pendance &#8211; positive et n\u00e9gative. 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