{"id":1595,"date":"2022-11-18T16:12:00","date_gmt":"2022-11-18T15:12:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kampagnenforum.ch\/blog\/2022-11-18\/junge-menschen-fuer-die-politik-begeistern-aber-richtig"},"modified":"2026-10-12T18:19:20","modified_gmt":"2026-10-12T16:19:20","slug":"junge-menschen-fuer-die-politik-begeistern-aber-richtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kampagnenforum.ch\/de\/blog\/2022-11-18\/junge-menschen-fuer-die-politik-begeistern-aber-richtig","title":{"rendered":"Junge Menschen f\u00fcr die Politik begeistern, aber richtig!"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schweizweit vereinheitlichte Einb\u00fcrgerungsverfahren, mehr Biodiversit\u00e4t oder eine bessere Information der Bev\u00f6lkerung \u00fcber die Organspende \u2013 diese Forderungen stammen nicht etwa aus der Feder von etablierten Politiker:innen, sondern wurden von Jugendlichen und jungen Erwachsenen erarbeitet. Im Rahmen der <a href=\"https:\/\/www.jugendsession.ch\/de\/\" rel=\"noopener\">nationalen Jugendsession<\/a> (10. bis 13. November) diskutierten 200 Vertreter:innen im Alter von 14 bis 21 Jahren zahlreiche Anliegen, formulierten Forderungen und \u00fcberreichten diese an Nationalratspr\u00e4sidentin Ir\u00e8ne K\u00e4lin.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das eingangs geschilderte Beispiel zeigt: Junge Menschen in der Schweiz wollen aktiv mitreden und sich Geh\u00f6r verschaffen. Die Teilnehmenden der Jugendsession werden in einem Verfahren ausgew\u00e4hlt, das sicherstellt, dass die Schweizer Jugend m\u00f6glichst breit abgebildet wird. Dies steht im krassen Gegensatz zur Realit\u00e4t in den \u00aberwachsenen\u00bb Parlamenten der Schweiz. So liegt der Anteil der Frauen im Nationalrat momentan bei 42 Prozent und im St\u00e4nderat gar nur bei gut 26 Prozent. Nur wenig besser sieht es auf Kantons- und Gemeindeebene aus. Dabei bildet das Parlament der Stadt Bern seit den Wahlen 2020 mit einem Frauenanteil von 69 Prozent eine l\u00f6bliche Ausnahme. Daneben gibt es zahlreiche weitere Ungleichheiten. Man denke zum Beispiel an die Untervertretung von Personen mit Migrationshintergrund oder an die Tatsache, dass gewisse Berufsgruppen wenig bis gar nicht in Parlamenten vertreten sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was kann also getan werden, damit die neue Generation von engagierten jungen Politiker:innen in Zukunft m\u00f6glichst genau die Realit\u00e4t in der Schweiz abbildet? Neben der bereits angesprochenen Jugendsession wird oftmals das Schlagwort der politischen Bildung in den Raum geworfen. Doch was macht gute politische Bildung aus?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum einen ist es wichtig, dass politische Bildung einen festen Platz im Lehrplan bekommt. Im Moment ist es so, dass der politischen Bildung je nach Kanton eine mehr oder weniger grosse Aufmerksamkeit geschenkt wird. Diese Unterschiede sollten in Zukunft verkleinert werden, nat\u00fcrlich immer mit Blick auf die f\u00f6derale Selbstbestimmung der Kantone. Bei dieser Vereinheitlichung sollte darauf geachtet werden, dass politische Bildung nicht nur im Gymnasium, sondern schon in der obligatorischen Schulzeit ein Thema ist. Denn nur so kann gew\u00e4hrleistet werden, dass Sch\u00fcler:innen aus allen Bev\u00f6lkerungsschichten ihren Rucksack mit Wissen und Begeisterung f\u00fcr Politik f\u00fcllen k\u00f6nnen. Man kann sogar so weit gehen, dass es schon in der Primarschule erste Inputs zur politischen Bildung geben soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies f\u00fchrt zum letzten zentralen Punkt: Politische Bildung ist mehr als nur trockene Zahlen und Fakten. Zweifellos ist es wichtig, wenn an der Schule gewisse Inhalte zum politischen System der Schweiz vermittelt werden. Aber viel zentraler ist es, die Heranwachsenden f\u00fcr Politik zu begeistern. Dies kann gerade in den unteren Schulstufen auf spielerische Art und Weise geschehen. Mit zunehmendem Alter k\u00f6nnen die Sch\u00fcler:innen selbst Ideen und Anliegen an die Politik ausarbeiten. Der Fokus soll dabei auf der Gemeindeebene liegen. Denn Entscheidungen in der Gemeinde betreffen die Jugendlichen viel direkter als Beschl\u00fcsse im meist fernen Bundeshaus. Die kommunale Ebene bietet daneben auch den Vorteil der Niederschwelligkeit. Die Sch\u00fcler:innen k\u00f6nnen viel einfacher mit den Gemeindepolitiker:innen in Kontakt treten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schulen k\u00f6nnen dies f\u00f6rdern, indem Menschen aus der Lokalpolitik zum Austausch in das Klassenzimmer eingeladen werden. Hier k\u00f6nnen konkrete Anliegen, wie beispielsweise der Wunsch nach einem Treffpunkt f\u00fcr die Jugendlichen, vorgestellt und direkt mit den verantwortlichen Personen diskutiert werden. Die Sch\u00fcler:innen f\u00fchlen sich dadurch von der Politik geh\u00f6rt und ernst genommen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Jugendlichen im Erwachsenenalter aktiv am politischen Geschehen in der Schweiz teilnehmen, wodurch unsere Demokratie gest\u00e4rkt wird.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile kf-author-box\" style=\"grid-template-columns:25% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"533\" src=\"https:\/\/kampagnenforum.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/david.jpg\" alt=\"David 16:9 alt\" class=\"wp-image-927 size-full\"\/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unser Autor<\/h2>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">David ist Politikwissenschaftler, hat an der Uni Z\u00fcrich sowie an der Uni Bern studiert und war neben seinem Studium als Workshopleiter und (Weiterbildungs-)Kursorganisator aktiv. Kampagnenforum bereichert er mit seinem Wissen und seiner Erfahrung aus dem Bereich der Jugendparlamente, der Kommunikation und der politischen Bildung.<\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was k\u00f6nnen wir \u00abetablierten Erwachsenen\u00bb tun, damit junge Menschen politisch aktiv werden? Projekt- und Kampagnenleiter David Uster hat eine Antwort.<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":1021,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-1595","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-oeffentlichkeit-pr-lobbying"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kampagnenforum.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1595","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kampagnenforum.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kampagnenforum.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kampagnenforum.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kampagnenforum.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1595"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kampagnenforum.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1595\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3880,"href":"https:\/\/kampagnenforum.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1595\/revisions\/3880"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kampagnenforum.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1021"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kampagnenforum.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1595"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kampagnenforum.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1595"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kampagnenforum.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1595"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}