> Video im Kampagneneinsatz

Absprung verhindern - vier Dramaturgietipps für mehr Spannung und besseren Erzählfluss


Mit Video die Aufmerksamkeit fesseln

Vier Dramaturgietipps für mehr Spannung und Fluss

Video hat den grossen Vorteil, dass es sich bewegt. Die Bewegung bindet den Blick und damit die Aufmerksamkeit. Einem durch Video vermittelten Inhalt wird also viel eher gefolgt. Video nimmt die Zuschauenden bei der Hand und führt sie durch den Inhalt. Aber nicht immer. Denn Video kann auch auch langweilig sein. Wenn es zu zäh vorwärts geht oder die dramaturgische Kette Lücken aufweist, dann springen Zuschauende ab, zappen weiter oder klicken weg.

1. In der Kürze liegt die Würze

Gerade Im Internet gilt dieser Satz besonders. Die Verweildauer bei Inhalten im Internet ist extrem kurz. Zu gross ist die Konkurrenz, die nur einen Klick entfernt auch um Aufmerksamkeit buhlt. Im Internet sieht das Publikum von Beginn weg, wie lang ein Video ist. Wenn also ein Video angeschrieben ist mit einer Länge von 5 Min oder mehr, dann hält das schon etliche Menschen davon ab, ihm überhaupt eine Chance zu geben. Zu gross ist das Risiko, dass man Zeit investiert in etwas, das sich als uninteressant herausstellt. Bringen Sie ihre Botschaft also auf den Punkt und überlegen Sie sich immer wieder, wo sie noch kürzer sein könnte.

2. Mit Musik führen

Musik ist das einfachste Mittel, um Zuschauer zu binden. Eine tragende oder dramatische Musikspur unter ein paar sich bewegende Bilder und schon haben Sie einen einfachen Videoclip der fliesst. Besonders ideal ist dieser Trick, wenn das Video "low-budget" ist, dass es bloss aus Standbildern oder Slides besteht. Achtung bei Musik: Youtube und Co. erkennen gewisse Songs und entfernen die Tonspur, wenn keine Lizenz dazu gelöst wurde. Lizenzfreie Musik finden sie im Internet mit den Stichworten "Royalty Free Music".

3. Mit einer Erzählerstimme Zuschauende an der Hand nehmen

Ein Erzählerstimme, welche den Zuschauenden fortlaufend erzählt und erklärt, was sie sehen und wie sie das Gesehene einordnen sollen, hilft, dass sie dabei bleiben und den Faden nicht verlieren. Dieselbe Taktik wird im klassischen TV-Beitrag oder bei Dokumentarfilmen verwendet. Alternativ können auch Ausschnitte aus Interviews dazu verwendet werden, die Bilder zu kommentieren, indem die Interviewstimme unter die Bilder gelegt wird.

Konkrete Anwendungstipps


  • Eine Sprecherstimme über einen Film zu legen ist heute mit den gängigen, einfachen Schnittprogrammen wie iMovie und Co. relativ einfach und kann direkt am Computer und in Echtzeit aufgenommen werden.
  • Wichtig ist dabei, darauf zu achten, dass der Text zu den Bildern passt - also die Bilder direkt anspricht. Dies muss man vorher gut planen und abstimmen und sich genau überlegen zu welchen Einstellungen man was sagen will. - Oder man kann umgekehrt vorgehen und sich überlegen, was man in welcher Reihenfolge sagen will und wie demnach die Einstellungen zu montieren sind.
  • Es ist ratsam, sich bei der Reihenfolge von der Bildlogik leiten zu lassen und den Text den Bildern anzupassen.
  • Es ist ebenfalls sehr wichtig, das der Text einfach ist, da der Zuschauer schon stark damit beschäftigt ist, die Bilder zu rezipieren und aus ihrer Reihenfolge einen Sinn zu machen.
  • Im Idealfall hat der Text die Einfachheit eines Kinderbuches. Pointiert gesagt: Nebensätze sind tabu. Versuchen Sie es.

  • 4. Mit der richtigen Reihenfolge Spannung erzeugen

    Die richtige Dramaturgie bringt die Zuschauerin dazu, wissen zu wollen, wie es weitergeht. Das schafft die Spannung, welche sie daran hindert auszusteigen. Dies ist etwas vom Schwierigsten beim Produzieren von Videos, da man immer abwägen muss zwischen möglichst geheimnisvoll zu bleiben aber trotzdem die Informationen rüberzubringen.
    Damit Spannung entsteht, muss immer eine gewisse Ungewissheit im Film herrschen. Der Zuschauer muss immer in einem Zustand sein, in dem er gerne wissen möchte, wie etwas ausgeht, oder weitergeht, oder warum etwas so ist wie es gezeigt wird. Verschiessen Sie also nicht alles Pulver schon am Anfang. Sagen Sie aber immer soviel, dass der Zuschauer sich sicher ist, dass ihn der Inhalt etwas angeht. Geben Sie ihm das Versprechen ab, dass seine Ungewissheiten gleich aufgelöst werden. Dieses Versprechen muss glaubwürdig bleiben. Diese Glaubwürdigkeit kann verspielt werden, in dem man zum Beispiel eine in den Raum gestellte Frage nicht beantwortet oder eine Antwort liefert, für die es sich nicht gelohnt hat zu warten.

    Anwendungsbeispiele

    Es hängt vom Videoinhalt ab, wie man Fragen aufwirft. Es ist also essentiell, sich vor dem Dreh zu überlegen, was man erzählen will und wie man Geheimnisse schaffen kann, die später aufgelöst werden können. Fragen können sein:

    • Was ist das, was ich hier sehe? Sie erreichen diese Spannung, indem sie zu Beispiel erst ein Detail zeigen und dann das ganze Bild. Zoomen Sie auf statt ein.
    • Was tut die Person? Zeigen Sie zuerst im Detail, was jemand macht und erst später, wofür.
    • Was hat die Person vor? Lösen Sie die Spannung nach Ziel oder Absicht erst auf, nachdem man gesehen hat, dass jemand etwas vor hat.
    • Wird sie erfolgreich sein? Lassen Sie die Frage offen, ob ein Vorhaben erfolgreich sein wird.
    • Warum ist das so? Erklären sie Zusammenhänge erst, nachdem sich der Zuschauer die Frage danach hat stellen können. Sobald eine Frage beantwortet ist, muss eine neue Frage im Raum stehen. Das hält den Spannungsbogen gespannt.



    Wir helfen Ihnen gerne weiter

    Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie sie Video für Ihre Kampagne einsetzen können? Kontaktieren Sie Peter Haberstich unter 044 500 31 01 oder phaberstich@kampagnenforum.ch.




    Den zweiten Teil unserer Serie über Video im Kampagneneinsatz finden sie hier: Mit Video Dringlichkeit kommunizieren



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